Schlaf-Glossar: CPAP
Kurzdefinition: Was ist CPAP?
CPAP (Continuous Positive Airway Pressure) ist eine gängige Therapieform zur Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe. Dabei wird über eine Maske ein kontinuierlicher, positiver Luftdruck in die Atemwege geleitet, der verhindert, dass die oberen Atemwege während des Schlafs kollabieren. Dies ermöglicht eine freie Atmung und reduziert Atemaussetzer und Schnarchen.
3 Takeaways für dich: CPAP
- Standardtherapie für mittelschwere bis schwere obstruktive Schlafapnoe.
- Liefert kontinuierlichen, positiven Luftdruck, um die Atemwege offen zu halten.
- Muss die gesamte Schlafzeit getragen werden, um effektiv Atemaussetzer zu verhindern.
Funktionsweise der CPAP-Therapie: Wie der positive Druck die Atemwege öffnet
Die Continuous Positive Airway Pressure (CPAP)-Therapie ist der Goldstandard zur Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe (OSA). Die grundlegende Funktionsweise beruht darauf, einen konstanten, positiven Luftdruck in die oberen Atemwege zu leiten. Dieser Druck, der über eine Nasen- oder Mund-Nasen-Maske abgegeben wird, wirkt wie eine pneumatische Schiene. Bei OSA kollabieren die Weichteile im Rachen während des Schlafs, was zu Atemaussetzern (Apnoen) führt. Der konstante Überdruck verhindert diesen Kollaps, hält die Atemwege offen und sorgt für eine ungehinderte Sauerstoffversorgung. Dadurch werden nicht nur die Atemaussetzer beseitigt, sondern auch das laute Schnarchen reduziert. Die CPAP-Anwendung verbessert die Schlafstruktur massiv, da die nächtlichen Mikro-Weckreaktionen („Arousals“), die durch den Sauerstoffmangel ausgelöst werden, ausbleiben. Dies führt zu einer tieferen, erholsameren Nachtruhe, was sich direkt auf die Reduzierung der Tagesmüdigkeit und die Verbesserung der Lebensqualität auswirkt. Die korrekte Einstellung des notwendigen Drucks erfolgt meist im Schlaflabor (Polysomnographie) und ist entscheidend für die Therapieeffizienz.
Vorteile und Herausforderungen der CPAP-Anwendung im Alltag
Obwohl die CPAP-Therapie lebensverändernd sein kann, insbesondere durch die signifikante Senkung kardiovaskulärer Risiken und die Normalisierung des AHI (Apnoe-Hypopnoe-Index), ist die Einhaltung (Adhärenz) im Alltag die größte Herausforderung. Zu den Vorteilen zählt die schnelle Linderung von Symptomen wie starker Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwäche und morgendlichen Kopfschmerzen. Langfristig senkt sie den Blutdruck und mindert das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.
Zu den häufig genannten Herausforderungen gehören Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, verstopfte Nase (oft durch unzureichende Befeuchtung), Hautreizungen oder Druckstellen durch die Maske sowie das anfängliche Gefühl der Beklemmung (Klaustrophobie). Moderne CPAP-Geräte bieten jedoch viele Funktionen, um diese Probleme zu minimieren, darunter integrierte Luftbefeuchter und „Ramp“-Funktionen, die den Druck langsam auf das Therapieniveau erhöhen. Die Auswahl der richtigen Maske (nasal, Full Face oder Kissenmaske) und die Schulung durch Fachpersonal sind entscheidend für eine erfolgreiche und komfortable Nutzung der CPAP-Ausrüstung. Es erfordert oft eine Eingewöhnungszeit von mehreren Wochen, bis der Schlaf mit der Maske als natürlich empfunden wird.
CPAP vs. APAP: Die Unterschiede in der Druckregulierung
CPAP und APAP (Automatic Positive Airway Pressure) sind beides Formen der Überdruckbeatmung, unterscheiden sich jedoch in ihrer Druckabgabe. Die traditionelle CPAP-Therapie liefert einen *fest eingestellten* Druck (in cmH2O) über die gesamte Nacht. Dieser Druck wird einmalig basierend auf den Ergebnissen einer Titrationsnacht im Schlaflabor festgelegt.
Im Gegensatz dazu passt die APAP-Therapie den Druck *automatisch* an die aktuellen Bedürfnisse des Patienten an. Während des Schlafs können sich die Atmungsanforderungen je nach Schlafstadium, Körperposition (Rückenlage verschlechtert oft die Apnoe) oder Alkoholkonsum ändern. Ein APAP-Gerät nutzt komplexe Algorithmen und Sensoren, um in Echtzeit zu erkennen, wenn eine Apnoe oder Hypopnoe droht, und erhöht oder senkt daraufhin den Druck innerhalb eines voreingestellten Mindest- und Höchstbereichs. Dies kann den Komfort für den Patienten erhöhen, da nicht konstant ein unnötig hoher Druck appliziert wird. APAP wird häufig bevorzugt, wenn Patienten in unterschiedlichen Schlafstadien oder Positionen stark variierende Druckanforderungen haben oder wenn der erforderliche feste CPAP-Druck zu hoch wäre. Die Entscheidung zwischen CPAP und APAP wird immer individuell vom Schlafmediziner getroffen.
