Schlaf-Glossar: ASPS (advanced sleep phase syndrome)
Kurzdefinition: Was ist ASPS (advanced sleep phase syndrome)?
Das Advanced Sleep Phase Syndrome (ASPS) ist eine chronische Störung des zirkadianen Rhythmus, bei der Betroffene ungewöhnlich früh am Abend müde werden und einschlafen, typischerweise zwischen 18:00 und 21:00 Uhr. Entsprechend wachen sie auch sehr früh morgens auf, oft schon zwischen 2:00 und 5:00 Uhr, und können danach nicht wieder einschlafen. Obwohl die Gesamtschlafdauer normal sein kann, führt dieses Phänomen zu Schwierigkeiten im sozialen und beruflichen Leben, da es stark von den üblichen gesellschaftlichen Zeiten abweicht.
3 Takeaways für dich: ASPS (Advanced Sleep Phase Syndrome)
- Störung des zirkadianen Rhythmus: Man wird sehr früh müde (18–21 Uhr) und wacht sehr früh auf (2–5 Uhr).
- Gesamtschlafdauer ist oft normal, aber der Rhythmus ist nach vorne verschoben.
- Behandlung erfolgt durch Chronotherapie (Lichtexposition am Abend) zur Verschiebung der Schlafzeiten.
ASPS: Die vorverlegte innere Uhr (Shift des zirkadianen Rhythmus)
Das Advanced Sleep Phase Syndrome (ASPS) ist eine chronobiologische Störung, die tief in der Verschiebung des zirkadianen Rhythmus verwurzelt ist. Dieser innere Rhythmus, der normalerweise den 24-Stunden-Zyklus von Schlaf und Wachheit steuert, ist bei Betroffenen genetisch oder altersbedingt nach vorne verlagert. Während die meisten Menschen in den späten Abendstunden (ca. 22:00 bis 0:00 Uhr) müde werden, setzt der Drang zu schlafen bei ASPS-Patienten deutlich früher ein, oft schon zwischen 18:00 und 21:00 Uhr. Dies korrespondiert mit einer ebenfalls verfrühten Aufwachzeit, typischerweise zwischen 2:00 und 5:00 Uhr morgens, ohne dass danach wieder Schlaf gefunden werden kann. Wichtig ist, dass ASPS keine quantitative Schlafstörung wie Insomnie ist; die tatsächliche Gesamtschlafdauer (TBT) ist oft normal. Das Problem liegt rein in der zeitlichen Platzierung des Schlaf-Wach-Zyklus, der nicht mit den gesellschaftlichen und beruflichen Anforderungen übereinstimmt. Diese Asynchronität führt zu erheblichen psychosozialen Beeinträchtigungen, da Betroffene soziale Abendaktivitäten meiden müssen und Schwierigkeiten haben, einen normalen Arbeitstag zu beginnen oder durchzuhalten.
Chronotherapie als zentrale Behandlungsmethode: Das innere Zeitgefühl verschieben
Die primäre Behandlungsstrategie für ASPS zielt darauf ab, den zirkadianen Rhythmus des Patienten schrittweise zeitlich nach hinten zu verschieben, um ihn an konventionellere Schlafzeiten anzupassen. Die wichtigste nicht-medikamentöse Therapie hierbei ist die Chronotherapie, insbesondere die gezielte Anwendung von Lichtexposition. Da Licht das stärkste Signal zur Synchronisation des inneren Rhythmus darstellt, wird Helllichttherapie am späten Nachmittag oder frühen Abend eingesetzt. Die Exposition zu hellem Licht zu dieser Zeit signalisiert dem Gehirn, dass es noch „Tag“ ist, was die Freisetzung des Schlafhormons Melatonin verzögert und somit die Phase des maximalen Schlafdrucks nach hinten verschiebt. Ergänzend dazu können geringe Dosen Melatonin am frühen Morgen eingenommen werden, um den gegenteiligen Effekt zu erzielen – die innere Uhr zu resetten. Ein strenges Einhalten der neuen, nach hinten verschobenen Schlaf- und Wachzeiten ist essenziell. Die erfolgreiche Behandlung erfordert oft eine konsequente Anpassung der Lebensgewohnheiten und eine langfristige Einhaltung des therapeutischen Zeitplans, da ASPS eine chronische Veranlagung darstellt.
