Schlaf-Glossar: Nikotin und Schlaf
Kurzdefinition: Was ist Nikotin und Schlaf
Nikotin ist ein Stimulans, das die Einschlafzeit verlängern und den Tiefschlaf sowie den REM-Schlaf reduzieren kann. Konsum, insbesondere am Abend, stört die Schlafarchitektur und führt zu einem leichteren, weniger erholsamen Schlaf. Raucher erleben oft häufigere nächtliche Wachphasen und fühlen sich morgens weniger ausgeschlafen.
3 Takeaways für dich: Nikotin und Schlaf
- Nikotin ist ein Stimulans, das die Einschlafzeit verlängert.
- Es reduziert sowohl den Tiefschlaf als auch den REM-Schlaf.
- Für besseren Schlaf Nikotin 8–10 Stunden vor dem Schlafen meiden.
Nikotin als Stimulans: Die verlängerte Einschlafzeit und fragmentierte Nacht
Nikotin ist ein potentes Stimulans, das die Freisetzung von Neurotransmittern wie Adrenalin und Dopamin fördert. Aufgrund seiner stimulierenden Wirkung verlängert Nikotin die sogenannte Schlaflatenz – die Zeit, die man zum Einschlafen benötigt. Wenn Nikotin nahe der Schlafenszeit konsumiert wird, bleibt das zentrale Nervensystem aktiviert, was den natürlichen Übergang in den Schlaf blockiert. Selbst wenn das Einschlafen gelingt, führt der nächtliche Abfall des Nikotinspiegels oft zu leichten Entzugserscheinungen. Diese äußern sich in vermehrten und längeren Wachphasen in der zweiten Nachthälfte. Das Ergebnis ist ein fragmentierter und oberflächlicher Schlaf, der die Gesamtschlafqualität massiv mindert, selbst wenn die Gesamtschlafdauer ausreichend erscheint. Dadurch fühlen sich Konsumenten am nächsten Morgen nicht richtig erholt.
Störung der Schlafarchitektur: Reduktion von Tief- und REM-Schlaf
Die Schlafarchitektur, bestehend aus Leichtschlaf, Tiefschlaf und REM-Schlaf (Rapid Eye Movement), ist für die körperliche und geistige Erholung essenziell. Nikotin greift direkt in diesen natürlichen Zyklus ein und reduziert sowohl den Tiefschlaf (N3), der für die körperliche Erholung und das Wachstum wichtig ist, als auch den REM-Schlaf. Der REM-Schlaf, der für die Emotionsverarbeitung und das Lernen von großer Bedeutung ist, wird durch Nikotin unterdrückt. Ein Mangel an Tief- und REM-Schlaf führt dazu, dass die konsolidierenden Funktionen des Schlafs beeinträchtigt werden. Obwohl Nikotin selbst keine schlafverbessernde Wirkung hat, können Raucher fälschlicherweise glauben, dass es ihnen beim Entspannen hilft. Tatsächlich verursacht der abfallende Nikotinspiegel nachts oft kleine Aufwachreaktionen, die sie selbst nicht bewusst wahrnehmen, die aber die Erholungseffizienz signifikant verringern. Um die kritischen Schlafphasen zu maximieren, sollte Nikotin idealerweise 8 bis 10 Stunden vor dem Zubettgehen gemieden werden.
