Schlaf-Glossar: RLS (Restless-Legs-Syndrom)
Kurzdefinition: Was ist RLS (Restless-Legs-Syndrom)?
Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) ist eine neurologische Erkrankung, die durch einen unwiderstehlichen Drang, die Beine zu bewegen, gekennzeichnet ist, oft begleitet von unangenehmen Empfindungen wie Kribbeln oder Ziehen. Diese Symptome treten typischerweise in Ruhe oder am Abend auf und können durch Bewegung vorübergehend gelindert werden. RLS wird als Schlaf-Wach-Störung eingestuft, da die Beschwerden das Einschlafen und Durchschlafen erheblich stören.
3 Takeaways für dich: RLS (Restless-Legs-Syndrom)
- RLS ist ein starker Drang, die Beine zu bewegen, verbunden mit unangenehmen Empfindungen in Ruhe.
- Symptome treten meist abends/nachts auf und stören das Einschlafen/Durchschlafen erheblich.
- Bewegung lindert die Symptome vorübergehend; die Ursache ist oft Dopamin- oder Eisenmangel.
Die neurologische Basis: Dopaminmangel als Schlüsselursache des RLS
Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) ist primär eine neurologische Störung, deren genaue Pathophysiologie noch nicht vollständig geklärt ist. Die vorherrschende Theorie und der Ansatzpunkt vieler erfolgreicher Therapien ist jedoch eine Dysfunktion im dopaminergen System des Gehirns. Dopamin ist ein wichtiger Neurotransmitter, der an der Steuerung von Bewegung und Empfindungen beteiligt ist. Bei RLS-Patienten wird angenommen, dass es zu einer verminderten Dopaminverfügbarkeit oder -aktivität in bestimmten Hirnregionen, insbesondere den Basalganglien, kommt. Diese Regionen sind für die Initiierung und Kontrolle von Bewegungen zuständig. Ein Dopaminmangel führt zu einer gestörten Signalübertragung, was sich in dem unwiderstehlichen Bewegungsdrang und den unangenehmen Missempfindungen (Kribbeln, Ziehen) äußert, die typischerweise in Ruhe auftreten. Da die Dopaminproduktion und -freisetzung einem zirkadianen Rhythmus unterliegt und abends und nachts physiologisch abnimmt, verschlimmern sich die RLS-Symptome genau zu diesen Zeiten. Die Behandlung mit dopaminergen Medikamenten zielt darauf ab, diesen Mangel auszugleichen und die Symptome zu lindern, indem sie die Dopaminrezeptoren stimulieren.
Der zirkadiane Einfluss: Warum RLS-Symptome nachts eskalieren
Das Restless-Legs-Syndrom ist untrennbar mit dem Schlaf-Wach-Zyklus verbunden und wird daher auch als Schlaf-Wach-Störung klassifiziert. Die Symptome – der Drang zur Bewegung und die Missempfindungen – treten fast ausschließlich oder zumindest verstärkt abends und nachts auf, wenn der Körper in den Ruhezustand übergehen möchte. Dieser zirkadiane Rhythmus der Symptomstärke ist ein wesentliches Diagnosekriterium. Der Grund dafür liegt in der engen Verbindung des RLS mit biologischen Rhythmen. Einerseits, wie oben beschrieben, spielt der tageszeitabhängige Abfall des Dopaminspiegels eine Rolle. Andererseits sind viele betroffene Patienten von periodischen Beinbewegungen im Schlaf (PLMS) betroffen, bei denen es zu wiederholten, unwillkürlichen Zuckungen und Streckungen der Gliedmaßen kommt. Diese Bewegungen können den Schlaf des Betroffenen selbst (oder des Partners) erheblich stören und zu chronischer Schlaflosigkeit (Insomnie) und Tagesmüdigkeit führen. Da RLS die Einschlaflatenz verlängert und die Schlafkontinuität reduziert, führt die Störung zu einem erheblichen Leidensdruck und beeinträchtigt die allgemeine Lebensqualität. Die Chronotherapie und strenge Schlafhygiene sind daher wichtige Bestandteile des Behandlungsmanagements, um den zirkadianen Einfluss zu stabilisieren.
