Schlaf-Glossar: Aktigraphie
Kurzdefinition: Was ist Aktigraphie?
Die Aktigraphie ist eine nicht-invasive Methode zur langfristigen Messung von Bewegungs- und Ruhezyklen. Sie verwendet ein kleines, uhrähnliches Gerät (Aktigraph), das meist am Handgelenk getragen wird, um Aktivitätsmuster zu erfassen. Die gesammelten Daten helfen bei der Diagnose von Schlafstörungen, der Analyse des zirkadianen Rhythmus und der objektiven Bewertung des Schlafverhaltens über Tage oder Wochen.
3 Takeaways für dich: Aktigraphie
- Langzeit-Messung: Sie erfasst Bewegungs- und Ruhezyklen über Tage/Wochen zu Hause.
- Diagnosehilfe: Wird zur Diagnose von Schlaf- und zirkadianen Rhythmusstörungen verwendet.
- Nicht-invasiv: Funktioniert über ein uhrähnliches Gerät am Handgelenk.
Die Aktigraphie: Ein objektives Tool zur Langzeitmessung des Schlafverhaltens
Die Aktigraphie ist eine wertvolle, nicht-invasive diagnostische Methode in der Schlafmedizin, die vor allem zur objektiven Langzeitbewertung des Schlaf-Wach-Rhythmus eingesetzt wird. Im Gegensatz zur Polysomnographie (PSG), die eine einmalige Überwachung im Schlaflabor darstellt, ermöglicht die Aktigraphie eine Messung über Tage oder Wochen im natürlichen häuslichen Umfeld des Patienten. Das zentrale Messinstrument ist der Aktigraph, ein kleines, uhrähnliches Gerät, das typischerweise am nicht-dominanten Handgelenk getragen wird. Dieses Gerät enthält einen hochsensiblen Beschleunigungssensor, der feinste Bewegungsaktivitäten registriert. Aus der Frequenz und Intensität dieser Bewegungen können spezialisierte Algorithmen Rückschlüsse auf Wach- und Ruhezeiten ziehen.
Kernanwendung: Diagnose von zirkadianen Rhythmusstörungen und Insomnie
Die Hauptstärke der Aktigraphie liegt in der Diagnose von Schlafstörungen, die durch eine Verschiebung oder Störung des natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus gekennzeichnet sind (zirkadiane Rhythmusstörungen). Hierzu zählen das verzögerte oder vorverlagertes Schlafphasensyndrom sowie die nicht-24-Stunden-Schlaf-Wach-Störung. Da diese Störungen oft subtile Muster aufweisen, die eine einzelne Nacht im Schlaflabor verfälschen könnte, bietet die Aktigraphie eine unverzichtbare Langzeitperspektive. Darüber hinaus ist sie ein wichtiges Instrument zur objektiven Beurteilung der Insomnie (Schlaflosigkeit). Sie hilft Ärzten, die subjektive Wahrnehmung der Patienten (z. B. „Ich habe die ganze Nacht wach gelegen“) mit objektiven Daten (tatsächliche Wachzeit versus Zeit im Bett) abzugleichen. Die Ergebnisse der Aktigraphie, wie die totale Schlafzeit, die Schlafeffizienz und die nächtliche Wachzeit, dienen als Basis für die Planung und Überwachung therapeutischer Maßnahmen, beispielsweise bei der kognitiven Verhaltenstherapie für Insomnie (KVT-I).
