Schlaf-Glossar: Durchschlafstörung

Schlaf-Glossar: Durchschlafstörung

Kurzdefinition: Was ist Durchschlafstörung?

Als Durchschlafstörung (Sleep Maintenance Insomnia) bezeichnet man eine Form der Schlafstörung, bei der Betroffene nachts häufig aufwachen und anschließend Schwierigkeiten haben, wieder einzuschlafen. Sie kann durch psychologische Faktoren wie Stress oder Depressionen sowie körperliche Ursachen wie Schlafapnoe oder chronische Schmerzen ausgelöst werden. Eine Durchschlafstörung führt oft zu Tagesmüdigkeit, Erschöpfung und einer Beeinträchtigung der Lebensqualität.

3 Takeaways für dich: Durchschlafstörung

  • Häufiges Aufwachen und Schwierigkeiten beim Wiedereinschlafen.
  • Ausgelöst durch Stress, Schlafapnoe oder chronische Schmerzen.
  • Kann zu starker Tagesmüdigkeit und verminderter Lebensqualität führen.

Die Physiologie des nächtlichen Erwachens: Warum das Gehirn in Alarmbereitschaft bleibt

Eine Durchschlafstörung, medizinisch als Sleep Maintenance Insomnia bekannt, ist dadurch gekennzeichnet, dass Betroffene häufig in der Nacht aufwachen und anschließend große Schwierigkeiten haben, wieder in den Schlaf zu finden. Die Ursache liegt oft in einer gestörten Schlafarchitektur und einer erhöhten Aktivität des sympathischen Nervensystems (Fight-or-Flight-Reaktion). Anstatt in eine tiefe, stabilisierende Ruhephase zu gelangen, verbleibt der Körper in einem Zustand latenter Erregung. Dieses nächtliche Aufwachen kann durch einen Abfall der Körpertemperatur, Veränderungen der Herzratenvariabilität (HRV) oder durch die Freisetzung von Stresshormonen wie Cortisol ausgelöst werden. Für Menschen mit Durchschlafstörungen ist die sogenannte Stimuluskontrolle wichtig: Das Bett wird mental mit Wachsein und Frustration verknüpft, was das Wiedereinschlafen weiter erschwert. Das Gehirn reagiert auf jeden kleinen Reiz, sei es Lärm, Licht oder interne Prozesse (wie Magen-Darm-Probleme oder Schmerz), indem es den Schlafzyklus unterbricht, was zu fragmentiertem und nicht erholsamem Schlaf führt. Im Gegensatz zur Einschlafstörung steht hier die Aufrechterhaltung der Schlafphasen im Vordergrund, die durch diese nächtlichen Weckreaktionen massiv gestört wird.

Der Teufelskreis: Wie Schlafapnoe, Stress und Schmerzen die Durchschlafstörung befeuern

Die Gründe für das nächtliche Aufwachen sind vielschichtig und verstärken sich oft gegenseitig. Ein zentraler körperlicher Auslöser ist die obstruktive Schlafapnoe, bei der Atemaussetzer zu einem Sauerstoffabfall (Desaturation) führen, was den Körper zwingt, kurz aufzuwachen, um wieder atmen zu können – oft ohne dass sich der Betroffene daran erinnert. Des Weiteren spielen psychologische Faktoren eine immense Rolle. Chronischer Stress, unbehandelte Angststörungen oder Depressionen halten das Gehirn in einem Zustand der Überwachheit (Hyperarousal). Wenn man nachts aufwacht, beginnen sofort die gedanklichen Schleifen und Sorgen, was eine Entspannungsreaktion des Parasympathikus blockiert. Chronische körperliche Beschwerden wie restless legs, nächtlicher Harndrang (Nykturie) oder chronische Schmerzen tragen ebenfalls erheblich zur Durchschlafstörung bei, da sie physische Reize setzen, die das Erwachen auslösen. Die Folgen sind gravierend: Die mangelnde Erholung in der Nacht führt tagsüber zu starker Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, schlechter Stimmung und langfristig zu gesundheitlichen Risiken, wodurch der negative Kreislauf zwischen schlechtem Schlaf und Tagesstress weiter verstärkt wird.

Häufig gestellte Fragen (FAQs) zur Durchschlafstörung

Was genau ist eine Durchschlafstörung?

Eine Durchschlafstörung (Sleep Maintenance Insomnia) ist eine Schlafstörung, bei der Betroffene nachts häufig aufwachen und große Schwierigkeiten haben, danach wieder einzuschlafen.

Was sind die häufigsten Ursachen für nächtliches Aufwachen?

Häufige Ursachen sind psychologische Faktoren wie Stress, Angst oder Depressionen sowie körperliche Probleme wie Schlafapnoe, restless legs, oder chronische Schmerzen.

Wie lange gilt das Aufwachen nachts als problematisch?

Wenn Sie regelmäßig (mindestens dreimal pro Woche) über einen längeren Zeitraum (mindestens drei Monate) nachts aufwachen und länger als 30 Minuten brauchen, um wieder einzuschlafen.

Kann Koffein oder Alkohol Durchschlafstörungen verursachen?

Ja, der Konsum von Koffein oder Alkohol, besonders am Abend, kann die Schlafarchitektur stören, das nächtliche Aufwachen fördern und das Wiedereinschlafen erschweren.

Welche kurzfristigen Folgen hat eine Durchschlafstörung?

Die häufigsten kurzfristigen Folgen sind starke Tagesmüdigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsprobleme und eine Beeinträchtigung der allgemeinen Lebensqualität.

Sollte ich bei einer Durchschlafstörung im Bett bleiben?

Wenn Sie länger als 20 Minuten wach liegen, ist es ratsam, aufzustehen, einen ruhigen Ort aufzusuchen und eine entspannende Aktivität durchzuführen, bis Sie sich wieder müde fühlen (Stimuluskontrolle).

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