Schlaf-Glossar: Idiopathische Hypersomnie

Schlaf-Glossar: Idiopathische Hypersomnie

Kurzdefinition: Was ist Idiopathische Hypersomnie?

Die Idiopathische Hypersomnie ist eine seltene Schlafstörung, die durch eine pathologisch gesteigerte Tagesschläfrigkeit gekennzeichnet ist. Betroffene haben oft Schwierigkeiten, morgens aufzuwachen und erleben eine Phase der Schlafträgheit, selbst wenn die Schlafdauer normal oder verlängert ist. Die Ursache dieser Erkrankung, die zu den zentralen Störungen mit Tagesschläfrigkeit zählt, ist noch weitgehend ungeklärt.

3 Takeaways für dich: Idiopathische Hypersomnie

  • Seltene neurologische Störung mit extremer Tagesschläfrigkeit.
  • Die Schlafdauer ist normal oder verlängert, Nickerchen helfen oft nicht.
  • Diagnose erfordert PSG und MSLT zum Ausschluss anderer Ursachen.

1. Die Unerklärliche Müdigkeit: Definition und Hauptmerkmale der Idiopathischen Hypersomnie

Die Idiopathische Hypersomnie (IH) ist eine seltene neurologische Schlafstörung, die primär durch eine chronische und exzessive Tagesschläfrigkeit (Hypersomnie) gekennzeichnet ist, deren Ursache (idiopathisch) unbekannt ist. Im Gegensatz zu Schlafentzug oder anderen Störungen bleibt diese Schläfrigkeit bestehen, selbst wenn Betroffene eine normale oder sogar verlängerte Nachtruhe (oft 10 Stunden oder mehr) haben. Das zentrale Merkmal, das die IH von anderen Hypersomnien unterscheidet, ist die ausgeprägte Schlafträgheit („Sleep Inertia“): Personen mit IH haben enorme Schwierigkeiten, morgens aufzuwachen. Dieser Zustand kann sich in Verwirrtheit, Desorientierung und dem starken Drang, sofort wieder einzuschlafen, äußern und Stunden andauern. Die Nickerchen während des Tages sind meist nicht erfrischend und lindern die Müdigkeit kaum. Die Tagesschläfrigkeit ist so massiv, dass sie die berufliche Leistungsfähigkeit, soziale Interaktionen und die allgemeine Lebensqualität stark einschränkt. Die Krankheit wird diagnostiziert, nachdem andere Ursachen wie Narkolepsie, Schlafapnoe oder medikamentöse Einflüsse durch Polysomnographie (PSG) und den Multiplen Schlaflatenztest (MSLT) ausgeschlossen wurden.

2. Diagnostische Abgrenzung: Warum PSG und MSLT bei der Idiopathischen Hypersomnie entscheidend sind

Da die Symptome der IH jenen der Narkolepsie ähneln können (Tagesschläfrigkeit), ist eine präzise Diagnose im Schlaflabor (Polysomnographie-Labor) unerlässlich. Die Polysomnographie (PSG) zeichnet während einer ganzen Nacht alle relevanten physiologischen Parameter wie Hirnströme (EEG), Augenbewegungen (EOG) und Muskelaktivität (EMG) auf, um strukturelle oder atmungsbezogene Schlafstörungen, insbesondere die Schlafapnoe, auszuschließen. Im Anschluss an die PSG folgt der Multiple Schlaflatenztest (MSLT). Dieser Test misst, wie schnell eine Person tagsüber einschläft. Patienten mit IH zeigen typischerweise eine kurze Schlaflatenz (sie schlafen schnell ein), aber im Gegensatz zur Narkolepsie fallen sie in den Nickerchen während des MSLT nur selten oder gar nicht in den REM-Schlaf. Das Fehlen von Kataplexie, das Hauptmerkmal der Narkolepsie Typ 1, sowie die längere nächtliche Gesamtschlafzeit und die extreme Schlafträgheit helfen, IH als eigenständige zentrale Hypersomnie zu identifizieren. Die Daten aus PSG und MSLT sind somit der Goldstandard, um die idiopathische Natur der Störung zu bestätigen.

Häufig gestellte Fragen (FAQs) zur Idiopathischen Hypersomnie

Was genau ist Idiopathische Hypersomnie (IH)?

IH ist eine seltene, chronische neurologische Schlafstörung, die durch extreme, unerklärliche Tagesschläfrigkeit (Hypersomnie) gekennzeichnet ist, obwohl die Nachtschlafdauer normal oder verlängert sein kann.

Was unterscheidet IH von Narkolepsie?

Im Gegensatz zur Narkolepsie tritt bei IH meist keine Kataplexie auf. Zudem zeigen Betroffene von IH oft eine starke Schlafträgheit („Sleep Inertia“) beim Aufwachen und fallen im Multiplen Schlaflatenztest (MSLT) nicht so schnell in den REM-Schlaf.

Was sind die Hauptsymptome?

Die Hauptsymptome sind starke Tagesschläfrigkeit, die oft durch Nickerchen nicht gelindert wird, sowie Schwierigkeiten beim Aufwachen und das Gefühl, nie richtig wach zu sein (Schlafträgheit).

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose erfordert eine Polysomnographie (PSG) gefolgt von einem Multiplen Schlaflatenztest (MSLT), um andere Ursachen auszuschließen (idiopathisch = ohne bekannte Ursache).

Wie wird Idiopathische Hypersomnie behandelt?

Die Behandlung erfolgt hauptsächlich medikamentös mit Stimulanzien oder wachmachenden Mitteln, um die Tagesschläfrigkeit zu reduzieren.

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