Schlaf-Glossar: Mikroerwachen
Kurzdefinition: Was ist Mikroerwachen?
Ein Mikroerwachen ist eine sehr kurze Wachreaktion im Schlaf, die in der Regel nur 3 bis 15 Sekunden dauert und oft unbemerkt bleibt. Obwohl man dabei nicht vollständig aufwacht, wird die Schlafqualität beeinträchtigt, da der Schlaf kurzfristig weniger tief wird. Im EEG zeigen sich Mikroerwachen als plötzliche Veränderungen der Hirnwellenaktivität hin zu schnelleren Frequenzen. Sie sind ein normaler Bestandteil des Schlafs, können aber bei bestimmten Schlafstörungen wie Schlafapnoe vermehrt auftreten.
3 Takeaways für dich: Mikroerwachen
- Kurze Wachreaktion (3–15 Sek.), die oft unbemerkt bleibt.
- Beeinträchtigt die Schlafqualität, da der Schlaf fragmentiert wird.
- Häufigere Vorkommen können auf Schlafstörungen wie Apnoe hindeuten.
Die Physiologie des Mikroerwachens: Wenn das Gehirn kurz aufwacht
Mikroerwachen sind kurze, unbemerkte Aktivierungszustände des Gehirns während des Schlafs. Obwohl sie oft nur 3 bis 15 Sekunden dauern, repräsentieren sie einen abrupten Wechsel der Gehirnaktivität hin zu schnelleren Frequenzen, wie sie im Wachzustand typisch sind. Diese Reaktion ist Teil des natürlichen Schutzmechanismus des Körpers und wird im Schlaflabor mithilfe des Elektroenzephalogramms (EEG) als plötzliche Frequenzveränderung klassifiziert. Physiologisch gesehen dienen Mikroerwachen dazu, auf interne oder externe Reize zu reagieren (z. B. Geräusche, Schmerzen oder Atemaussetzer), ohne dass die Person vollständig erwacht und sich später daran erinnert. Sie sind ein Indikator für die Stabilität des Schlafs. Während ein gewisses Maß an Mikroerwachen normal ist, signalisiert eine erhöhte Frequenz eine Fragmentierung des Schlafs, die maßgeblich die Schlafqualität verschlechtert.
Mikroerwachen und Schlafstörungen: Der fragmentierte Schlaf
Eine stark erhöhte Anzahl von Mikroerwachen ist ein Hauptsymptom für viele klinisch relevante Schlafstörungen und der primäre Mechanismus, der zu Tagessymptomen führt. Bei der obstruktiven Schlafapnoe (OSA) führen Atemaussetzer oder eine reduzierte Atmung (Hypopnoen) zu einem Abfall der Sauerstoffsättigung (SpO2). Um das Ersticken zu verhindern, reagiert das Gehirn mit einem Mikroerwachen, um die oberen Atemwegsmuskeln zu reaktivieren und die Atmung wieder aufzunehmen. Auch andere Störungen wie das Restless-Legs-Syndrom (RLS) oder periodische Beinbewegungen (PLMS) können durch motorische Aktivitäten zu gehäuften Mikroerwachen führen. Die daraus resultierende Schlaf-Fragmentierung, auch wenn sie unbemerkt bleibt, verhindert, dass das Gehirn ausreichend Zeit in den erholsamen Tiefschlaf- und REM-Phasen verbringt. Die Folge ist chronische Müdigkeit, Leistungsminderung und eine erhöhte Reizbarkeit am Tag, da die notwendige Erholung ausbleibt.
