Schlaf-Glossar: Nachtschreck (Pavor nocturnus)

Schlaf-Glossar: Nachtschreck (Pavor nocturnus)

Kurzdefinition: Was ist Nachtschreck (Pavor nocturnus)?

Der Nachtschreck, auch Pavor nocturnus genannt, ist eine Schlafstörung, die typischerweise im Non-REM-Tiefschlaf auftritt, meist in der ersten Nachthälfte. Er äußert sich durch plötzliches Aufschrecken mit panikartigen Schreien, schnellem Herzschlag und starkem Schwitzen, wobei die Person scheinbar wach, aber nicht ansprechbar ist. Betroffene erinnern sich am nächsten Morgen in der Regel nicht an das Ereignis.

3 Takeaways für dich: Nachtschreck (Pavor nocturnus)

  • Tritt im Non-REM-Tiefschlaf auf, meist in der ersten Nachthälfte.
  • Äußert sich durch panikartiges Aufschrecken, ist aber keine bewusste Reaktion.
  • Die betroffene Person erinnert sich am nächsten Morgen in der Regel nicht daran.

Die Physiologie des Nachtschrecks: Warum das Gehirn „feststeckt“

Der Nachtschreck, medizinisch als Pavor nocturnus bekannt, ist eine Form der Parasomnie, die in der ersten Hälfte des Nachtschlafs auftritt, genauer gesagt während der Phase des Non-REM-Tiefschlafs (N3). Im Gegensatz zu Albträumen, die im REM-Schlaf vorkommen, ist der Nachtschreck eine Arousal-Störung. Er entsteht, weil das Gehirn abrupt, aber unvollständig aus dem tiefsten Schlaf erwacht. Teile des Gehirns, die für motorische und autonome Funktionen zuständig sind, werden aktiviert, während die Bereiche für Bewusstsein, Erinnerung und logisches Denken im Tiefschlaf verweilen. Dies führt zur typischen panikartigen Reaktion: Das Kind (oder seltener der Erwachsene) schreit, weint und zeigt starke Zeichen von Angst wie erhöhten Puls, Schwitzen und beschleunigte Atmung, ist aber nicht bei vollem Bewusstsein und nicht ansprechbar. Der Betroffene ist weder wach noch träumend, sondern befindet sich in einem Zustand des „Gefangen-Seins“ zwischen den Schlafstadien. Da das Bewusstsein nicht beteiligt ist, fehlt am Morgen die Erinnerung an das Ereignis.

Auslöser und Risikofaktoren: Warum manche anfälliger sind

Obwohl die genaue Ursache der neurologischen Fehlfunktion während des Aufwachprozesses nicht immer klar ist, gibt es mehrere anerkannte Auslösefaktoren und Prädispositionen. Der Nachtschreck ist genetisch prädisponiert; häufig haben nahe Verwandte ebenfalls Erfahrungen mit Schlafstörungen wie Nachtschreck oder Schlafwandeln. Die wichtigsten Triggermechanismen sind jedoch Faktoren, die den Tiefschlaf intensivieren oder den Schlaf fragmentieren. Dazu gehören Schlafmangel und Müdigkeit, Fieber, Stress, aber auch externe Störungen wie Lärm oder eine volle Blase. Bei Kindern, wo Pavor nocturnus am häufigsten auftritt (typischerweise zwischen dem dritten und siebten Lebensjahr), ist die Störung meist eine Folge der noch unreifen neurologischen Entwicklung des Schlaf-Wach-Zyklus. Ein wichtiger Management-Ansatz ist daher, Trigger zu vermeiden und eine strikte, beruhigende Schlafroutine zu etablieren, um den Tiefschlafzyklus zu stabilisieren.

Häufig gestellte Fragen (FAQs) zum Nachtschreck (Pavor nocturnus)

Was genau ist der Nachtschreck?

Der Nachtschreck ist eine Schlafstörung, die durch plötzliches Aufschrecken aus dem Non-REM-Tiefschlaf gekennzeichnet ist, oft begleitet von panikartigen Schreien, schnellem Herzschlag und starkem Schwitzen.

Träumt die Person während des Nachtschrecks?

Nein, der Nachtschreck tritt in der Regel im Tiefschlaf (Non-REM) auf, nicht im REM-Schlaf, der die Traumphase ist. Die Ereignisse sind keine schlechten Träume.

Erinnert sich die betroffene Person am nächsten Morgen daran?

In den meisten Fällen erinnern sich Betroffene am nächsten Morgen nicht an das Ereignis, da es tief im Schlaf auftritt.

Wann tritt der Nachtschreck typischerweise auf?

Er tritt meist in der ersten Nachthälfte auf, typischerweise 1 bis 3 Stunden nach dem Einschlafen.

Ist der Nachtschreck bei Kindern oder Erwachsenen häufiger?

Der Nachtschreck ist deutlich häufiger bei kleinen Kindern (zwischen 3 und 7 Jahren) als bei Erwachsenen.

Was sollte ich tun, wenn jemand einen Nachtschreck hat?

Man sollte versuchen, ruhig zu bleiben und die Person sanft zu beruhigen, ohne sie zu wecken. Ein gewaltsames Aufwecken kann die Verwirrung und Angst verstärken.

Ist der Nachtschreck gefährlich?

Der Nachtschreck selbst ist medizinisch in der Regel harmlos. Es besteht jedoch eine Verletzungsgefahr, wenn die Person panisch aufsteht und stürzt.

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