Schlaf-Glossar: Pittsburgh Sleep Quality Index (PSQI)
Kurzdefinition: Was ist Pittsburgh Sleep Quality Index (PSQI)
Der Pittsburgh Sleep Quality Index (PSQI) ist ein weit verbreiteter Selbstbeurteilungsfragebogen, der die Schlafqualität und -störungen über den Zeitraum eines Monats beurteilt. Er umfasst sieben Komponenten, deren Ergebnisse zu einem globalen PSQI-Score zusammengefasst werden. Dieser Score hilft in Forschung und Klinik, um die subjektive Schlafqualität der Patienten umfassend zu bewerten.
3 Takeaways für dich: Pittsburgh Sleep Quality Index (PSQI)
- Selbstbeurteilungsfragebogen: Misst die subjektive Schlafqualität über einen Monat.
- Score > 5: Indikator für signifikant schlechte Schlafqualität/Störung.
- Screening-Tool: Kein Ersatz für objektive Diagnostik (Polysomnographie).
PSQI: Die 7 Komponenten zur objektiven Messung des subjektiven Schlafs
Der Pittsburgh Sleep Quality Index (PSQI) ist mehr als nur ein einfacher Fragebogen; er ist ein validiertes psychometrisches Instrument, das entwickelt wurde, um die subjektive Schlafqualität und -störungen über einen Zeitraum von einem Monat umfassend zu bewerten. Der Index besteht aus 19 Einzelfragen, die in sieben spezifische Komponenten (Bereiche) zusammengefasst werden. Jede dieser Komponenten wird auf einer Skala von 0 bis 3 bewertet, wobei höhere Werte eine schlechtere Schlafqualität anzeigen. Die sieben Komponenten sind:1. **Subjektive Schlafqualität:** Die eigene Einschätzung, wie gut oder schlecht man geschlafen hat.
2. **Schlaflatenz (Einschlafzeit):** Wie lange es dauert, bis man einschläft.
3. **Schlafdauer:** Die tatsächliche Anzahl der Stunden, die man pro Nacht schläft.
4. **Habituelle Schlafeffizienz:** Das Verhältnis von tatsächlicher Schlafzeit zur Zeit, die im Bett verbracht wurde.
5. **Schlafstörungen:** Häufigkeit von störenden Ereignissen wie Aufwachen in der Nacht, Schnarchen oder Schmerzen.
6. **Einnahme von Schlafmitteln:** Ob und wie oft man Medikamente zum Schlafen benötigt.
7. **Tagesfunktionsstörungen:** Ausmaß der Beeinträchtigung der Wachheit und des alltäglichen Lebens durch den Schlaf.Die Relevanz des PSQI liegt darin, dass er es Forschern und Klinikern ermöglicht, die breite Palette von Faktoren, die zur schlechten Schlafqualität beitragen, zu quantifizieren. Der Gesamtwert, der sogenannte globale PSQI-Score (Summe der sieben Komponenten-Scores), ist entscheidend: Ein Score von 5 oder höher gilt als Indikator für eine signifikante Schlafstörung, die weitere Abklärung erfordert. Dies macht den PSQI zu einem unverzichtbaren Screening-Tool in der Schlafmedizin, um schnell Patienten zu identifizieren, die von einer Polysomnographie (Schlaflabor) oder einer Verhaltensintervention profitieren könnten. Der Fragebogen erfasst damit nicht nur die Dauer, sondern auch die empfundenen Störungen und deren Auswirkungen auf das tägliche Leben, wodurch er einen holistischen Blick auf das Schlafprofil des Patienten bietet.
Abgrenzung des PSQI: Subjektives Screening versus objektive Diagnose
Obwohl der Pittsburgh Sleep Quality Index (PSQI) ein mächtiges und weit verbreitetes Werkzeug in der Erfassung der Schlafgesundheit ist, ist es essenziell, seine Grenzen und seinen spezifischen Anwendungsbereich zu verstehen. Der PSQI ist primär ein **Screening-Tool** und basiert ausschließlich auf der subjektiven Selbstauskunft des Patienten. Er misst, wie der Patient seinen Schlaf *wahrnimmt*, was für viele chronische Schlafstörungen wie die Insomnie (Schlaflosigkeit) hochrelevant ist.
Der entscheidende Unterschied liegt im Verhältnis zur objektiven Diagnostik, insbesondere der Polysomnographie (PSG) im Schlaflabor. Die PSG verwendet physiologische Messungen (wie EEG, EOG, EMG, Atemsensoren), um Schlafstadien, Atemaussetzer (Apnoen) und Beinbewegungen exakt zu erfassen, unabhängig von der Wahrnehmung des Patienten. Im Gegensatz dazu erfasst der PSQI keine direkten physiologischen Daten. Bei Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe beispielsweise, die ihren fragmentierten Schlaf häufig nicht bemerken, könnte der PSQI allein die Schwere der Erkrankung unterschätzen.
Der PSQI dient als erste Triage: Ein hoher Score (> 5) signalisiert, dass eine klinisch relevante Schlafstörung vorliegt und eine weitere, oft objektive, Abklärung erforderlich ist. Er kann auch zur Verlaufsbeobachtung und zur Messung des Therapieerfolgs bei verhaltenstherapeutischen Maßnahmen verwendet werden. Er **ersetzt jedoch niemals** die Polysomnographie zur definitiven Diagnose von Erkrankungen wie Schlafapnoe oder periodischen Beinbewegungsstörungen. Die korrekte Anwendung sieht den PSQI als wertvolle Brücke zwischen der Anamnese (Patientengeschichte) und dem potenziell notwendigen medizinischen Goldstandard der PSG.
