Schlaf-Glossar: Reflux (GERD)
Kurzdefinition: Was ist Reflux (GERD)?
Die Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) ist eine chronische Verdauungsstörung, bei der Magensäure oder Mageninhalt regelmäßig in die Speiseröhre zurückfließt (Saurer Reflux). Dies geschieht, weil der untere Schließmuskel der Speiseröhre (Ösophagussphinkter) nicht richtig schließt. Die Folge sind häufig Symptome wie Sodbrennen und saures Aufstoßen, was auf Dauer zu einer Reizung und Entzündung der Speiseröhre führen kann.
3 Takeaways für dich: Reflux (GERD)
- Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt.
- Erhöhter Oberkörper im Schlaf und das Vermeiden später Mahlzeiten helfen oft.
- Bestimmte Speisen und Getränke (fettig, scharf, Koffein, Alkohol) können Symptome auslösen.
Die Ursache von Reflux: Wenn der Schließmuskel versagt
Die Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) ist primär eine Funktionsstörung des unteren Ösophagussphinkters (LES), des ringförmigen Muskels, der die Speiseröhre vom Magen trennt. Normalerweise öffnet sich dieser Muskel nur kurz, um Nahrung in den Magen zu lassen, und schließt sich dann fest, um den sauren Mageninhalt zurückzuhalten. Bei Reflux schließt der LES jedoch nicht richtig oder entspannt sich zu häufig, wodurch Magensäure, unverdaute Speisen und Enzyme in die empfindliche Schleimhaut der Speiseröhre zurückfließen können. Dieser Rückfluss verursacht das charakteristische brennende Gefühl, bekannt als Sodbrennen. Chronisch unbehandelter Reflux kann zu ernsthaften Komplikationen führen, darunter Entzündungen der Speiseröhre (Ösophagitis) oder sogar präkanzeröse Veränderungen (Barrett-Ösophagus). Risikofaktoren, die diesen Mechanismus begünstigen, sind erhöhter Druck im Bauchraum (etwa durch Übergewicht oder Schwangerschaft), bestimmte Lebensmittel (fettreich, scharf, Koffein, Alkohol) sowie eine Zwerchfellhernie, bei der ein Teil des Magens durch das Zwerchfell in den Brustraum ragt. Die Diagnose stützt sich oft auf Symptome und kann durch Verfahren wie die Endoskopie oder pH-Metrie bestätigt werden, um die Schwere und Häufigkeit des Säurerückflusses zu bestimmen.
Reflux und Schlaf: Die nächtliche Verschlechterung der GERD-Symptome
Für viele Betroffene verschlimmern sich die Reflux-Symptome gerade nachts erheblich. Dies liegt daran, dass die Schwerkraft im Liegen ihre schützende Funktion verliert. Im Stehen oder Sitzen zieht die Schwerkraft die Magensäure schnell zurück in den Magen, sollte der LES kurzzeitig nachgeben. Im horizontalen Schlafmodus bleibt die zurückgeflossene Säure jedoch länger in Kontakt mit der Speiseröhrenschleimhaut, was die Reizung intensiviert und das Sodbrennen verstärkt. Darüber hinaus produziert der Körper im Schlaf weniger Speichel. Speichel wirkt normalerweise als natürlicher Puffer und neutralisiert die Magensäure. Da dieser Abwehrmechanismus nachts reduziert ist, können bereits kleine Reflux-Ereignisse zu intensiven Beschwerden führen und den Schlaf fragmentieren. Die Säure kann auch Hustenanfälle, Heiserkeit oder Halsschmerzen auslösen. Um nächtlichen Reflux zu minimieren, empfehlen Ärzte oft Lebensstiländerungen wie das Vermeiden von Mahlzeiten in den letzten drei Stunden vor dem Zubettgehen und das Schlafen mit erhöhtem Oberkörper, beispielsweise mithilfe eines Keilkissens, um die Schwerkraft wieder für sich zu nutzen.
