Schlaf-Glossar: Schlaflabor
Kurzdefinition: Was ist Schlaflabor?
Ein Schlaflabor (Polysomnographie-Labor) ist eine medizinische Einrichtung, in der Schlafstörungen diagnostiziert und analysiert werden. Patienten verbringen dort in der Regel eine Nacht, während umfangreiche physiologische Parameter wie Gehirnströme (EEG), Augenbewegungen, Muskelaktivität, Atmung und Herzfrequenz überwacht werden. Die gesammelten Daten helfen Ärzten, die Ursache von Schlafproblemen wie Schlafapnoe oder Insomnie präzise zu bestimmen und eine geeignete Therapie einzuleiten.
3 Takeaways für dich: Schlaflabor
- Diagnose-Goldstandard: Im Schlaflabor (Polysomnographie) werden Schlafstörungen wie Schlafapnoe präzise diagnostiziert.
- Umfassende Überwachung: Physiologische Parameter wie EEG (Gehirnströme), Atmung und Herzfrequenz werden die ganze Nacht aufgezeichnet.
- Basis für Therapie: Die detaillierten Daten ermöglichen Ärzten, die genaue Ursache der Schlafprobleme zu bestimmen und eine passende Behandlung einzuleiten.
Das Schlaflabor als Goldstandard: Definition und diagnostische Verfahren
Ein Schlaflabor, offiziell als Polysomnographie-Labor bekannt, ist eine spezialisierte medizinische Einrichtung, die für die detaillierte Diagnose und Analyse von Schlafstörungen dient. Es stellt den Goldstandard in der Schlafmedizin dar, da es die umfassendste und präziseste Methode zur objektiven Bewertung des Schlafs bietet. Patienten verbringen typischerweise eine oder mehrere Nächte im Labor, während sie mittels der Polysomnographie (PSG) überwacht werden. Dieses Verfahren umfasst die gleichzeitige Aufzeichnung zahlreicher physiologischer Parameter. Dazu gehören in der Regel das Elektroenzephalogramm (EEG) zur Messung der Gehirnströme und zur Bestimmung der Schlafstadien (Leichtschlaf, Tiefschlaf, REM-Schlaf), das Elektrookulogramm (EOG) zur Erfassung der Augenbewegungen und das Elektromyogramm (EMG) zur Überwachung der Muskelaktivität, insbesondere am Kinn und an den Beinen. Darüber hinaus werden essenzielle Vitalparameter wie Atmung, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung des Blutes (SpO2) und Beinbewegungen kontinuierlich aufgezeichnet. Die durch die PSG gesammelten Daten ermöglichen es Ärzten, ein detailliertes Schlafprofil (Hypnogramm) zu erstellen und so die genaue Ursache komplexer Schlafprobleme wie Schlafapnoe, Narkolepsie, Restless-Legs-Syndrom oder chronische Insomnie präzise zu bestimmen.
Indikationen und der Weg zur Diagnose: Wann ist der Besuch notwendig?
Der Besuch in einem Schlaflabor wird in der Regel dann notwendig, wenn der behandelnde Arzt oder Neurologe den Verdacht auf eine schwerwiegende oder behandlungsresistente Schlafstörung hat, die mittels einfacherer Methoden (wie der Aktigraphie oder Heim-Polygraphie) nicht ausreichend diagnostiziert werden kann. Hauptindikationen sind häufig wiederholte Atemaussetzer im Schlaf (Schlafapnoe), übermäßige Tagesmüdigkeit oder Schläfrigkeit trotz ausreichender Schlafdauer, der Verdacht auf Narkolepsie, chronische und unerklärliche Insomnie oder unkontrollierbare Bewegungen im Schlaf (wie beim Restless-Legs-Syndrom oder bei parasomnischen Störungen). Ziel der Übernachtung im Schlaflabor ist es, die nächtliche Physiologie des Patienten unter kontrollierten Bedingungen zu erfassen. Die genaue Bestimmung der Schlafstadien, der Atemaussetzer und der damit verbundenen Sauerstoffabfälle, sowie die Überwachung abnormaler Bewegungen liefern die notwendige Datenbasis. Basierend auf dieser umfassenden Auswertung kann der Schlafmediziner eine präzise Diagnose stellen und die effektivste therapeutische Strategie, beispielsweise die Einstellung einer CPAP-Therapie bei Schlafapnoe, einleiten. Das Schlaflabor bildet somit die kritische Schnittstelle zwischen Symptomerkennung und zielgerichteter medizinischer Behandlung.
