Schlaf-Glossar: Schlafparalyse
Kurzdefinition: Was ist Schlafparalyse?
Die Schlafparalyse ist ein kurzzeitiger Zustand, der beim Einschlafen oder Aufwachen auftritt und durch die Unfähigkeit gekennzeichnet ist, sich zu bewegen oder zu sprechen. Sie entsteht, wenn das Gehirn aus dem REM-Schlaf erwacht, aber die muskuläre Atonie, die normalerweise Träume vom Ausleben verhindert, noch anhält. Obwohl sie beängstigend sein kann, ist die Schlafparalyse medizinisch harmlos und kann Halluzinationen beinhalten.
3 Takeaways für dich: Schlafparalyse
- Kurzzeitige Unfähigkeit zu sprechen/bewegen beim Ein- oder Aufwachen.
- Medizinisch harmlos, aber oft von Halluzinationen begleitet.
- Wird durch Schlafmangel, Stress und unregelmäßige Zeiten begünstigt.
Die Physiologie der Schlafparalyse: Warum der Körper „eingefroren“ ist
Schlafparalyse ist ein Zustand der vorübergehenden Bewegungsunfähigkeit, der während des Übergangs zwischen Schlaf und Wachsein auftritt. Der Schlüssel zum Verständnis liegt im REM-Schlaf (Rapid Eye Movement). Während dieser Schlafphase schaltet das Gehirn einen Schutzmechanismus ein, die sogenannte muskuläre Atonie, um zu verhindern, dass wir unsere Träume körperlich ausleben. Die Schlafparalyse tritt auf, wenn das Bewusstsein vorzeitig erwacht, aber dieser Lähmungszustand noch anhält. Das Gehirn ist wach und registriert die Umgebung, kann aber die Signale an die Skelettmuskulatur nicht senden. Dies führt zu dem beängstigenden Gefühl, gefangen zu sein. Obwohl der Körper gelähmt ist, funktionieren lebenswichtige Funktionen wie die Atmung weiter, da sie unwillkürlich gesteuert werden. Die Dauer ist meist kurz, von wenigen Sekunden bis zu einigen Minuten, wird von Betroffenen jedoch oft als wesentlich länger empfunden.
Halluzinationen und Angst: Die psychologischen Komponenten der Schlafparalyse
Was die Schlafparalyse besonders erschreckend macht, sind die oft begleitenden Halluzinationen. Da der Zustand an der Schwelle zwischen Traum und Wachheit liegt, können hypnagogische (beim Einschlafen) oder hypnopompische (beim Aufwachen) Halluzinationen auftreten. Diese Halluzinationen sind sensorische Erfahrungen, die real erscheinen, aber nicht real sind. Man unterscheidet oft zwischen drei Typen: 1. Intruder-Halluzinationen, bei denen eine bedrohliche Präsenz im Raum wahrgenommen wird. 2. Chest Pressure Hallucinations, die das Gefühl vermitteln, erdrückt oder erwürgt zu werden (oft verbunden mit Atemnot, da die Atmung während des REM-Schlafs flacher ist). 3. Vestibulär-motorische Halluzinationen, die Gefühle des Schwebens, Fallens oder des Außerkörperlichen hervorrufen. Diese Erlebnisse können intensive Angst und Panik auslösen, obwohl sie rein mental sind. Psychologisch gesehen können Schlafmangel, unregelmäßige Schlafzeiten und hoher Stress die Wahrscheinlichkeit für Episoden erhöhen.
