Schlaf-Glossar: Sodbrennen
Kurzdefinition: Was ist Sodbrennen?
Sodbrennen ist ein Symptom, das sich als brennende bis schmerzhafte Empfindung hinter dem Brustbein (retrosternal) äußert. Es entsteht, wenn saurer Magensaft in die Speiseröhre zurückfließt (Reflux) und dort die Schleimhaut reizt. Da die Speiseröhre im Gegensatz zum Magen keine Schutzschicht gegen die aggressive Säure besitzt, führt dieser Rückfluss zu den unangenehmen Beschwerden.
3 Takeaways für dich: Sodbrennen
- Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt (Reflux).
- Nachts und im Liegen ist Sodbrennen schlimmer, weil die Schwerkraft fehlt.
- Meide späte, fettreiche Mahlzeiten, Alkohol und erhöhe den Oberkörper beim Schlafen leicht.
Nächtlicher Reflux: Warum Sodbrennen im Liegen schlimmer wird
Sodbrennen, medizinisch als gastroösophagealer Reflux bezeichnet, ist die häufigste Ursache für Schlafstörungen im Zusammenhang mit dem Verdauungssystem. Im Wachzustand hilft die Schwerkraft, den Mageninhalt – insbesondere die aggressive Magensäure – im Magen zu halten. Dieser Schutzmechanismus fällt jedoch weg, sobald man sich hinlegt. Wenn der untere Schließmuskel der Speiseröhre (Ösophagussphinkter) nicht richtig schließt oder erschlafft, kann die Magensäure ungehindert in die Speiseröhre zurückfließen.
Dieser Rückfluss reizt die empfindliche Schleimhaut der Speiseröhre und löst das charakteristische brennende Gefühl aus, das bis in den Hals aufsteigen kann. Im Schlaf werden die Symptome oft intensiver und lang anhaltender, da der Speichelfluss und das Schlucken, die normalerweise zur Neutralisierung der Säure dienen, stark reduziert sind. Die Säure verbleibt dadurch länger in der Speiseröhre. Chronischer nächtlicher Reflux kann zu Schlaf-Fragmentierung führen, was wiederum Tagesmüdigkeit und eine verminderte Lebensqualität zur Folge hat. Daher ist die Behandlung des nächtlichen Sodbrennens entscheidend für die Schlafgesundheit.
Prävention und Akuthilfe: Strategien gegen nächtliches Sodbrennen
Um Sodbrennen in der Nacht effektiv zu vermeiden, sind gezielte Verhaltensänderungen und Anpassungen der Schlafumgebung nötig. Der wichtigste präventive Schritt ist die Ernährungshygiene vor dem Schlafengehen. Es wird dringend empfohlen, die letzte Mahlzeit mindestens drei Stunden vor dem Zubettgehen einzunehmen. Besonders fettreiche, stark gewürzte Speisen sowie bekannte Auslöser wie Schokolade, Kaffee, Alkohol und kohlensäurehaltige Getränke sollten am Abend gemieden werden, da sie die Säureproduktion steigern und den Schließmuskel entspannen können.
Die Schlafposition spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Das leichte Erhöhen des Oberkörpers um 15 bis 20 Zentimeter – idealerweise durch Anheben des gesamten Kopfteils des Bettes oder die Verwendung eines Keilkissens – kann verhindern, dass Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt. Studien deuten darauf hin, dass das Schlafen auf der linken Seite physiologisch vorteilhaft sein kann, da der Magen in dieser Position tiefer liegt als die Speiseröhre, was den Reflux zusätzlich erschwert. Bei akuten, gelegentlichen Beschwerden können rezeptfreie Antazida helfen, die Magensäure zu neutralisieren, sollte jedoch keine dauerhafte Lösung darstellen.
