Schlaf-Glossar: SpO2 (Sauerstoffsättigung)

Schlaf-Glossar: SpO2 (Sauerstoffsättigung)

Kurzdefinition: Was ist SpO2 (Sauerstoffsättigung)

SpO2 oder Sauerstoffsättigung ist der Anteil des mit Sauerstoff beladenen Hämoglobins im Verhältnis zum Gesamthämoglobin im Blut. Dieser Wert gibt an, wie gut das Blut mit Sauerstoff versorgt ist, der für alle Stoffwechselprozesse im Körper notwendig ist. Normale arterielle Sauerstoffsättigungswerte bei gesunden Menschen liegen in der Regel zwischen 95 und 99 Prozent. Ein zu niedriger Wert (Hypoxämie) kann auf verschiedene Gesundheitsprobleme hinweisen, wie z.B. Lungenerkrankungen oder Schlafapnoe.

3 Takeaways für dich: SpO2 (Sauerstoffsättigung)

  • Gibt den Anteil des sauerstoffbeladenen Hämoglobins im Blut an.
  • Normale Werte liegen zwischen 95 % und 99 %; Werte unter 90 % sind klinisch relevant.
  • Niedrige Werte im Schlaf sind ein Hauptindikator für Schlafapnoe.

Die Physiologie der SpO2: Was der Wert über Ihre Sauerstoffversorgung aussagt

Die Sauerstoffsättigung (SpO2, periphere Sauerstoffsättigung) ist ein entscheidender Vitalparameter, der angibt, wie viel Prozent des Hämoglobins im arteriellen Blut mit Sauerstoff beladen sind. Hämoglobin ist das Protein in den roten Blutkörperchen, das für den Transport von Sauerstoff von der Lunge zu den Geweben zuständig ist. Ein SpO2-Wert von beispielsweise 98 % bedeutet, dass 98 % der verfügbaren Hämoglobin-Bindungsstellen mit Sauerstoff besetzt sind. Dieser Wert ist ein direkter Indikator für die Effizienz der Atmung und des Gasaustauschs in der Lunge.

Bei gesunden Menschen liegt der normale arterielle SpO2-Wert in Ruhe typischerweise zwischen 95 % und 99 %. Sinkt dieser Wert signifikant ab, spricht man von Hypoxämie, einem Sauerstoffmangel im Blut, der die zelluläre Funktion beeinträchtigt und die lebenswichtigen Organe, insbesondere das Gehirn und das Herz, gefährdet. Da Sauerstoff für nahezu alle Stoffwechselprozesse essenziell ist, versucht der Körper bei niedrigen Werten sofort gegenzusteuern, etwa durch eine erhöhte Herzfrequenz und schnellere Atmung. Das Verständnis der normalen SpO2-Werte und ihrer Funktion ist daher zentral für die Beurteilung der kardiorespiratorischen Gesundheit.

SpO2 und Schlafapnoe: Die nächtliche Gefahr des Sauerstoffabfalls

In der Schlafmedizin ist die kontinuierliche Messung der SpO2 ein Hauptinstrument zur Diagnose von schlafbezogenen Atmungsstörungen, insbesondere der obstruktiven Schlafapnoe (OSA). Bei OSA kommt es durch den Kollaps der oberen Atemwege zu Atemaussetzern (Apnoen) oder flacher Atmung (Hypopnoen). Während dieser Ereignisse stoppt die Sauerstoffaufnahme, während das im Blut zirkulierende Hämoglobin seinen Sauerstoff an die Gewebe abgibt. Dies führt zu einem charakteristischen Muster: Die SpO2 sinkt dramatisch ab, bis das Gehirn eine Weckreaktion auslöst, die Atmung wiederhergestellt wird und der Sauerstoffgehalt wieder ansteigt.

Klinisch relevant sind Sauerstoffsättigungswerte unter 90 %. Ein zentraler Messwert ist der Oxygen Desaturation Index (ODI), der misst, wie oft pro Stunde Schlaf die SpO2 um einen bestimmten Schwellenwert (meist 3–4 %) fällt. Ein erhöhter ODI, kombiniert mit fragmentiertem Schlaf, liefert den Beweis für die Schwere der Schlafapnoe. Diese wiederkehrenden Sauerstoffabfälle (intermittierende Hypoxie) während der Nacht stellen eine erhebliche Belastung für das Herz-Kreislauf-System dar und sind mit Langzeitrisiken wie Bluthochdruck, Schlaganfällen und Herzinsuffizienz verbunden. Die SpO2-Überwachung ist daher essenziell, um diese stillen nächtlichen Risiken zu erkennen.

Häufig gestellte Fragen (FAQs) zur SpO2 (Sauerstoffsättigung)

Was genau bedeutet SpO2?

SpO2 steht für die Sauerstoffsättigung des Blutes und gibt den prozentualen Anteil des mit Sauerstoff beladenen Hämoglobins an.

Welcher SpO2-Wert gilt als normal?

Für gesunde Erwachsene liegt der normale arterielle SpO2-Wert in der Regel zwischen 95 % und 99 %.

Was ist Hypoxämie?

Hypoxämie beschreibt einen zu niedrigen Sauerstoffgehalt im Blut. Werte unter 90 % sind oft klinisch relevant.

Wie wird die SpO2 gemessen?

Die Messung erfolgt meist nicht-invasiv über einen Pulsoximeter, der Licht durch die Haut (z.B. am Finger) sendet.

Welche Schlafstörung wird durch niedrige SpO2-Werte angezeigt?

Niedrige Sauerstoffsättigungswerte im Schlaf sind ein Hauptindikator für schlafbezogene Atmungsstörungen, insbesondere die Schlafapnoe.

Was ist der ODI (Oxygen Desaturation Index)?

Der ODI misst, wie oft pro Stunde Schlaf die SpO2 um einen bestimmten Prozentsatz (meist 3–4 %) abfällt. Ein erhöhter ODI weist auf Atemaussetzer hin.

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