Schlaf-Glossar: Workaholism und Schlaf
Kurzdefinition: Was ist Workaholism und Schlaf?
Workaholism bezeichnet eine zwanghafte, exzessive Beschäftigung mit Arbeit, die oft über das notwendige Maß hinausgeht. Dieses Verhalten kann zu chronischem Stress führen und die Schlafqualität sowie die Schlafdauer signifikant negativ beeinflussen. Workaholics leiden häufig unter Insomnie, da sie Schwierigkeiten haben, mental abzuschalten und die nötige Erholung im Schlaf zu finden.
3 Takeaways für dich: Workaholism und Schlaf
- Workaholism ist zwanghafte, exzessive Arbeit, die zu chronischem Stress führt.
- Es führt oft zu Insomnie und der Unfähigkeit, mental abzuschalten.
- Eine Abendroutine (60 Minuten arbeitsfrei) hilft, besser in den Schlaf zu finden.
Der Kreislauf von chronischem Stress und Insomnie bei Workaholics
Workaholism bezeichnet nicht einfach nur hartes Arbeiten, sondern eine zwanghafte Verpflichtung zur Arbeit, oft getrieben von Perfektionismus oder der Angst vor Kontrollverlust. Dieser exzessive Arbeitsstil führt zu einem chronisch erhöhten Level an Stresshormonen (wie Cortisol), was das zentrale Nervensystem kontinuierlich aktiviert. Die Folge ist eine gestörte Balance des autonomen Nervensystems: Der Sympathikus bleibt dominant, während der Parasympathikus (zuständig für Ruhe und Erholung) unterdrückt wird. Diese anhaltende Übererregung, bekannt als Hyperarousal, macht das mentale Abschalten am Abend extrem schwierig. Workaholics erleben oft sogenannte „Ruminations“ – das ständige gedankliche Wiederholen von Arbeitsthemen oder To-Do-Listen im Bett. Dadurch verlängert sich die Einschlaflatenz und es kommt zu fragmentiertem, nicht erholsamem Schlaf. Chronischer Schlafmangel wiederum senkt die emotionale Belastbarkeit und erhöht die Stressreaktion am nächsten Tag, wodurch sich der schädliche Kreislauf zwischen Workaholism, Stress und Insomnie verfestigt.
Strategien zur Trennung: Wie eine klare Schlafhygiene das Arbeitsverhalten entkoppelt
Um dem negativen Einfluss von Workaholism auf den Schlaf entgegenzuwirken, ist eine strikte Entkopplung von Arbeits- und Ruhezeit essenziell. Die wichtigste Maßnahme ist die Etablierung einer konsequenten, arbeitsfreien Pufferzone, idealerweise 60 bis 90 Minuten vor dem geplanten Schlafengehen. In dieser Zeit müssen alle beruflichen Aufgaben, E-Mails und Bildschirme ausgeschaltet werden, um dem Gehirn Zeit für den Übergang in den Entspannungsmodus zu geben. Aktivitäten wie Lesen (gedruckte Bücher), leichte Dehnübungen oder Atemtechniken fördern die Aktivität des Parasympathikus und signalisieren dem Körper, dass die „Kampf-oder-Flucht“-Reaktion beendet ist. Zusätzlich hilft die physische Trennung: Das Schlafzimmer sollte ausschließlich zum Schlafen genutzt werden. Werden Arbeitsthemen oder Schuldgefühle (wegen Nicht-Arbeit) zur dominanten Abendgedanken, kann das Aufschreiben dieser Punkte in einem Notizbuch außerhalb des Schlafzimmers helfen, das mentale Chaos zu ordnen und die Last des Tages zu „deponieren“, bevor man zur Ruhe kommt. Diese gezielte Schlafhygiene dient als Barriere gegen die zwanghaften Arbeitstendenzen.
